11.10.2009

Rudern auf der Themse

Nachdem freitags das erste "Landtraining" des Ruderclubs absolviert wurde, ging es am Samstag auf die Themse. Uns wurde gesagt, dass wir auf jeden Fall pünktlich um 11:45 da sein sollten. Die meisten "Ruderwilligen" waren dann tatsächlich auch pünktlich, lediglich die Trainer bzw. Steuerleute kamen mit einer 20-minütigen Verspätung an. Vorbildlich. ;-) Unsere Gruppe bestand aus knapp 30 Ruderanfängern, was bedeutete, dass zuerst 16 Leute auf zwei "Achter"-Booten ins Wasser gingen, während der Rest (darunter auch ich) sich zuerst auf den Rudergeräten (im Englischen als "Ergo(meter)" bezeichnet) im Fitnessstudio "warm" machen sollte. Das "Warmmachen" war jedoch schon eine sehr intensive Angelegenheit. ;-) Nach ca. 10km (laut Anzeige) und ca. 55 Minuten auf dem Rudergerät ging es dann endlich in ein richtiges Boot auf's Wasser. Wir hatten hierzu auch beste Ruderbedingungen (warm und sonnig, im Gegensatz zu dem Rest der Woche). Wirklich viel gerudert sind wir nicht, das Hauptaugenmerk lag erstmal im Synchronisieren der Bewegungen. Die Anweisungen des Steuermanns (besser gesagt Steuerfrau) bekommt man hier übrigens über Lautsprecher mitgeteilt, die vor jedem Sitz im Boot angebracht sind, so dass auch diejenigen, die am weitesten vom Steuermann entfernt sitzen, mitbekommen was dieser sagt. Begleitet wird man hier zudem noch von einem Coach der mit einem Motorboot das Ruderboot begleitet und weitere Anweisungen per Megafon an die Crew gibt. Sehr professionell hier das Ganze. :-)
Am Montag geht's dann wieder weiter mit Training im Gym (Fitnessstudio). Ab dann stehen jede Woche 5 Trainingseinheiten auf dem Programm, davon 2 auf dem Wasser, zwei im Fitnesstudio und eine im Schwimmbad, wenn ich das richtig mitbekommen habe. :-)

Der Rest des Tages stand dann Erholung auf dem Programm, d.h. "Extrem-Couching", Fernsehen (Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft (und der Niederlage U23)) sowie einem Feierabend-Bier mit meinem Vermieter.

Zirkeltraining im Boat Club

Am Freitag ging es direkt nach der Uni zum Boat (Ruder) Club-Haus, welches ca. 20 Minuten zu Fuß von meiner Uni entfernt liegt. In dem Fitnessstudio des Ruderclubs wurde dann ein "schönes" Zirkeltraining absolviert. Auf dem Programm standen zwei Runden auf einem Parcours mit 14 Stationen. Pro Station wurden 40 Sekunden trainiert bevor es in einer 20-sekündigen Pause dann an die nächste Station ging. An den einzelnen Stationen mussten dann Sit-Ups, Liegestütze, Crunches, Sprints, Sprünge etc. absolviert werden. Nach ca. 35 (am Ende sehr langen) Minuten war das Leiden dann vorüber und ich wusste, dass ich wohl einen schönen Muskelkater bekommen würde (vor allem im Rücken-, Brust-, Schulter- und Bauchbereich). Lediglich meine Beine überstanden das Training recht problemlos.
Im Anschluss daran ging es dann noch in zwei Pubs, wobei das zweite eine coole Rockkneipe war ("The Fighting Cocks"). In dieser spielen jeden Freitag und Samstag Bands und montags ist immer ein "Comedy Club" angesagt. Da werd ich demnächst wohl nochmal hingehen. :-)

Requirements Engeneering & Management

Nach einem faulen Sonntag ging es in eine anstrengende Woche an der Uni. Auf dem Plan stand das Fach "Requirements Engeneering and Management", das von Montag bis Freitag jeweils von ca. 9-17 bzw. 9-18h von zwei Dozenten abwechselnd unterrichtet wurde. Das funktionierte meistens so, dass ein Dozent einen ca. 60 bis 90-minütigen Vortrag über ein Thema hielt und im Anschluss wurde dann unter Aufsicht des anderen Dozenten eine Fallstudie zu diesem Thema in Gruppenarbeit (3-4 Studenten/Gruppe) bearbeitet. Die Gruppen blieben immer für einen Tag die bestehen und wurden am nächsten Tag dann neu gemischt. So habe ich in dieser Woche mit Leuten aus Indien, Bangladesh, Afghanistan, Nigeria, Zypern, Malta und England zusammengearbeitet.
Da beide Dozenten über recht viel Praxis- und Auslandserfahrung verfügen, haben wir auch einige lustige und interessante Aspekte au deren Projektarbeit erfahren, was die Vorlesungen recht unterhaltsam gestaltete. Einer der Dozenten verwendete zudem recht häufig das "f-Wort" sowie weitere andere nicht gerade vornehme Ausdrücke des englischen Wortschatzes. ;-)
Einige Teile des Unterrichts waren mir durch mein Wirtschaftsinformatik-Studium bereits bekannt wie z.B. Klassendiagramme oder UML, die meisten Sachen waren mir jeodch vorher noch unbekannt (mehr 85% der Vorlesungen).
Ansonsten ist von dieser Woche noch zu erwähnen, dass es hier günstiger ist, wenn man nicht in eine der beiden Mensen zu Mittag isst, sondern in einem der vielen kleinen Restaurants neben der Uni. So bekommt man dort mittags z.B. ein sehr feines Chicken Curry inkl. Getränk für 4 Pfund.

05.10.2009

Ein typischer Sonntag

Nachdem ich gut und lange geschlafen hab, hab ich den meisten Tag auf der Couch entspannt, abgesehen von ein bisschen Einkaufen, einem Drink an der Themse mit einer deutschen Studentin sowie dem Lesen empfohlener Artikel für das Fach, welches ich vom darauffolgenden Montag bis Freitag habe ("Requirements Engeneering and Management"). Zum Abschluss des Wochenendes gab es dann noch den "Tatort". ;-)

Ganz viel frische Luft

Samstags mittags ging's bei extrem windigem Wetter nach Notting Hill auf den Portobello Market (bekannter Antiquitätenmarkt), wo ich mich mit einer saarländischen Freundin (Lina, studiert auch in England) getroffen hab. Auf dem Antiquitätenmarkt gibt es neben jedmöglichem Krimskrams auch Obst- und Gemüsestände sowie einige Essensstände. Nach ca. 30 Minuten auf dem Markt ging es dann zu Fuß quer durch Notting Hill, den Hyde Park sowie der noblen Einkaufsstraße "The Old Bond Street". Nach dem ca. 4-stündigen Spaziergang sind wir dann nach "Chinatown" gegangen, wo wir in einem chinesischen (logisch) Restaurant was gegessen haben. Von der bekannten asiatischen Freundlichkeit war hier jedoch nichts zu spüren, viel mehr herrschte hier bloße Hektik und die Bedienungen waren stets darum bemüht so schnell wie möglich wieder vom Tisch der Kunden wegzukommen. Geschmeckt hat's trotzdem recht gut. Nach einem anschließenden O-Saft an der frischen Luft ging's dann wieder zurück Richtung Surbiton, wo ich dann (zum ersten Mal seit ich hier wohne) in den Genuss des englischen Regens gekommen bin. ;-)

In meiner Straße hatte ich dann noch eine ganz spezielle Begleitung: Ein Fuchs der auf der andren Straßenseite im gleichen Tempo in die gleiche Richtung wie ich gelaufen bin. Mit nach Hause genommen hab ich ihn dann aber nicht. ;-)








Research Methods Tag 2

Freitags ging's genauso weiter wie am Tag zuvor, wobei natürlich die Themen der Vorträge andere waren (z.B. "Research Ethics", "Open Source data handling: An introduction to Scilab"). 

In der Mittagspause hab ich dann zum ersten Mal das typisch englische "Fish & Chips" gegessen habe. Ich muss zugeben, es hat sogar sehr gut geschmeckt, obwohl ich a) normalerweise keinen Fisch esse und b) es Essen aus der Mensa war. Nur etwas größer hätte die Portion können sein. ;-)

Um 18h war ich dann wieder zurück nach Hause. Nach einer Stunde Erholung ging's dann zum "Schwimmtest" für den Ruderclub ins "Kingfisher Leisure Centre". Dort musste man im Schwimmbad beweisen, dass man a) 4 Bahnen mit T-Shirt und kurzen Sporthosen schwimmen kann und b) sich 5 Minuten über Wasser halten kann. Nicht wirklich ein schwieriger Test, aber eben notwendig um einen für die Mitgliedschaft im Ruderclub notwendigen Schein bekommt.

Anschließend ging's dann zum Abschluss des Tages noch mit allen Leuten vom Ruderclub in ein Pub ("The Oak").

Research Methods

Am letzten Donnerstag ging die Uni dann richtig los mit dem Fach "Research Methods". Dies fand im Gegensatz zu meinen anderen Kursen nicht am "Penrhyn Road"- sondern am "Roehampton Vale"-Campus der Kingston University statt. Das bedeutete, dass ich mich früh morgens (kurz nach 7) aus dem Bett schwingen musste, damit ich um kurz nach 8 am Penrhyn Road-Campus mit dem kostenlosen "Inter-Site"-Uni-Bus an den "Roehampton Vale"-Campus fahren konnte. Die Fahrt dauert eine knappe halbe Stunde bis man dort ist. Der Campus ist etwas außerhalb Kingstons gelegen und besteht eigentlich nur aus einem Gebäude (+2 Nebengebäude), in dem normalerweise nur Studenten des Ingenieurwesens studieren. Ich bin jedenfalls froh, dass ich dort nur zwei Tage verbringen musste. 

In den Vorlesungen, die von 9-17h dauerten gab es 6 Vorträge, u.a. über "Literature Survey" und "The Nature of Research", wobei der Dozent des letzteren mich stark an den Crocodile Hunter erinnert hat (braun-gebrannt, Sandalen, kurze Khaki-Hosen, bis zum Bauch aufgeknöpftes Kurzarmhemd). Auch wenn die Optik ungewohnt war, so war es doch ein sehr interessanter und unterhaltsamer Vortrag.